Das zeigen die vorläufigen Geschäftszahlen der Bürgschaftsbanken für das Jahr 2025. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 13,5 Prozent. Das abgesicherte Kredit- und Beteiligungsvolumen stieg um 8,8 Prozent auf 1,96 Mrd. Euro.
Guy Selbherr, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Bürgschaftsbanken: „2025 ist kein Jahr der Kreditklemme, aber eines deutlich höherer Hürden: Viele wirtschaftlich gesunde Betriebe scheitern nicht an ihren Geschäftsmodellen, sondern an verschärften Bankanforderungen, gerade auch vor dem Hintergrund der schwachen Konjunktur. Bürgschaften entscheiden deshalb immer häufiger darüber, ob Investitionen, Nachfolgen und Arbeitsplätze im Mittelstand in einem schwierigen Umfeld gesichert werden.“
Unternehmensnachfolgen als stärkster Wachstumstreiber
Ein wesentlicher Impuls kam 2025 aus dem Gründungsgeschäft. Insgesamt begleiteten die Bürgschaftsbanken 3.281 Existenzgründungen. Das entspricht einem Anstieg von 18,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Innerhalb des Gründungsgeschehens zeigte sich eine klare Schwerpunktverlagerung zugunsten der Unternehmensnachfolge. Mit 1.892 begleiteten Nachfolgen wuchs dieses Segment um 21,3 Prozent und damit deutlich stärker als die Neugründungen, die aber mit 1.389 Fällen auch um 15,8 Prozent zunahmen. Auch beim Volumen verzeichneten Nachfolgen mit 574 Mio. Euro überdurchschnittliche Zuwächse. Die Zahlen unterstreichen die essenzielle Bedeutung der Bürgschaftsbanken bei der Finanzierung des Generationswechsels im Mittelstand.
Branchenverteilung: Breite Wirkung mit stabilen Schwerpunkten
Bürgschaften werden über das gesamte Branchenspektrum genutzt. Den größten Anteil hatte der Bereich Dienstleistungen und sonstige Wirtschaftszweige mit verbürgten Krediten und Beteiligungen mit einem Volumen von 485 Mio. Euro. Es folgten das Handwerk mit 445 Mio. Euro, der Handel mit 326 Millionen Euro sowie die Industrie mit 286 Mio. Euro. Zusammengenommen entfielen damit deutlich mehr als drei Viertel des gesamten Finanzierungsvolumens auf diese vier Wirtschaftsbereiche.
Überdurchschnittliche Zuwächse zeigten sich bei den Freien Berufen mit einem Volumen von 197 Mio. Euro (+60 Prozent). Besonders prominent vertreten waren Anfragen aus den Bereichen Gesundheit und Steuerberatung. Gerade Freie Berufe stoßen bei der Kreditaufnahme weiterhin auf Hürden, da ihre überwiegend immateriellen Geschäftsmodelle nur begrenzt bankübliche Sicherheiten bieten, Banken vor dem Hintergrund verschärfter Kreditstandards 2025 risikoaverser agierten und zudem einkommens- sowie personenbezogene Abhängigkeiten die Bonitätsbewertung erschweren.
Spürbare Zuwächse verzeichneten auch das Handwerk (+12,4 Prozent) und das Gastgewerbe (+15 Prozent) Auffällig ist schließlich die Entwicklung im Handel: Trotz steigender Fallzahlen (+13,5 Prozent) ging das genehmigte Volumen gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent zurück, wobei die Rückgänge primär auf den Einzelhandel zurückzuführen sind. Die Nachfrage nach Bürgschaften aus Groß- und Außenhandelsunternehmen stieg auch aufgrund der schwierigen internationalen Rahmenbedingungen deutlich.
Bankengruppen: Sparkassen als Rückgrat, Privatbanken mit hoher Dynamik
Sparkassen bleiben auch 2025 der mit Abstand wichtigste Partner der Bürgschaftsbanken. Sie begleiteten 2.650 Fälle und mit einem Kredit- und Beteiligungsvolumen von 934 Mio. Euro. Damit entfiel knapp die Hälfte des gesamten Volumens auf die Sparkassen, die ihr Geschäft gegenüber dem Vorjahr sowohl in der Fallzahl als auch im Volumen jeweils um rund 16 Prozent ausweiten konnten.
Die Genossenschaftsbanken begleiteten 1.732 Fälle mit einem Volumen von 665 Millionen Euro. Während die Antragszahlen um 17,5 Prozent stiegen, fiel das Volumenwachstum mit etwa sieben Prozent moderater aus. Besonders dynamisch entwickelten sich erneut die Privatbanken. Sie erreichten 412 Fälle mit einem Volumen von 253 Millionen Euro und verzeichneten damit die höchsten prozentualen Zuwächse aller Bankengruppen. Auch wenn ihr absoluter Marktanteil weiterhin geringer bleibt, wächst die Bedeutung der Privatbanken im Bürgschaftsbankgeschäft (+22,9 Prozent).
ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge: Starke Rolle bei Nachfolgen
Im Rahmen des ERP-Förderkredits Gründung und Nachfolge begleiteten die Bürgschaftsbanken 2025 insgesamt 403 Vorhaben mit einem Volumen von 111 Mio. Euro. Der überwiegende Teil entfiel erneut auf Unternehmensnachfolgen. Damit zeigt sich bereits im ersten Jahr des Starts der Kooperation mit der KfW, dass dieses Angebot erfolgreich eingeführt werden konnte und sehr zielgerichtet wirkt.
Arbeitsplatzsicherung steht im Vordergrund
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 56.460 Arbeitsplätze gesichert, was einem Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zusätzlich wurden 9.611 neue Arbeitsplätze durch die verbürgten Unternehmen geschaffen.
Über die Bürgschaftsbanken
Die Bürgschaftsbanken sind Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft. Sie erleichtern kleinen und mittleren Unternehmen, Existenzgründerinnen und -gründern sowie freiberuflich Tätigen den Zugang zu Finanzierungen, indem sie fehlende bankübliche Sicherheiten ersetzen und so Investitionen, Wachstum und Unternehmensnachfolgen ermöglichen.