Das damit ermöglichte Kredit- und Beteiligungsvolumen stieg auf 963 Millionen Euro (+7,0 Prozent), während das abgesicherte Bürgschafts- und Garantievolumen mit 662,6 Millionen Euro um 8,3 Prozent zulegte.
„Die mittelständische Wirtschaft steht weiterhin unter erheblichem Druck. Hohe Kosten, eine verhaltene Investitionsbereitschaft und ein insgesamt anspruchsvolles Finanzierungsumfeld prägen die Lage vieler kleiner und mittlerer Unternehmen. Die Entwicklung unserer Halbjahreszahlen zeigt, dass Bürgschaftsbanken genau dort wirken, wo der Mittelstand Unterstützung benötigt – bei Investitionen, Gründungen und Unternehmensnachfolgen“, sagt Guy Selbherr, Vorsitzender des Verbands Deutscher Bürgschaftsbanken.
Besonders dynamisches Gründungsgeschäft
Besonders dynamisch entwickelte sich das Gründungsgeschäft. Die Bürgschaftsbanken begleiteten 1.685 Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen – ein Zuwachs von 15,7 Prozent. Auffällig ist dabei der Anstieg bei den Neugründungen, deren Zahl um 22,0 Prozent auf 793 Vorhaben wuchs. Insgesamt sicherten die Bürgschaftsbanken für Gründungen und Nachfolgen Finanzierungen mit einem Volumen von 366,1 Millionen Euro ab – ein Plus von 11,0 Prozent.
Auch das in Kooperation mit der KfW angebotene ERP-Förderkreditprogramm für Gründung und Nachfolge, das die Bürgschaftsbanken mit ihrer 100-prozentigen Risikoübernahme absichern, gewinnt weiter an Bedeutung. Die Zahl der darüber begleiteten Finanzierungen stieg gegenüber dem Vorjahr um 31,2 Prozent, das abgesicherte Garantievolumen erhöhte sich um 25,4 Prozent.
Handwerk bleibt stärkste Nutzergruppe
Auch die Branchenentwicklung unterstreicht die anhaltende Nutzung von Bürgschaften im Mittelstand. Das Handwerk bleibt mit 674 Finanzierungen die stärkste Kundengruppe der Bürgschaftsbanken (+12,0 Prozent). Gleichzeitig legte der Handel sowohl bei der Zahl der Finanzierungen (+10,0 Prozent) als auch beim Kredit- und Beteiligungsvolumen (+19,1 Prozent) deutlich zu. Besonders kräftig entwickelte sich dabei der Einzelhandel mit einem Volumenplus von 26,0 Prozent. Ebenfalls dynamisch verlief das Geschäft im Bereich Dienstleistungen, wo das Finanzierungsvolumen um 13,9 Prozent zunahm.
Geschäft der MBGen zieht spürbar an
Nach einem verhaltenem Jahr 2025 zieht auch das Geschäft der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften (MBGen) spürbar an. Im ersten Halbjahr 2026 genehmigten die MBGen bundesweit 124 Beteiligungen mit einem Volumen von 56 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Zuwachs von 29 Prozent bei der Zahl der Beteiligungen und 36 Prozent beim Beteiligungsvolumen.
„Die Nachfrage nach abgesicherten Finanzierungen bleibt unverändert hoch. Unternehmen wollen investieren und Zukunft gestalten – trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten. Bürgschaftsbanken und MBGen schaffen die Voraussetzungen, dass wirtschaftlich tragfähige Vorhaben umgesetzt werden können. Gerade in Zeiten restriktiver Kreditvergabe ist der Beitrag der Fördereinrichtungen für den Mittelstand unverzichtbar“, so Selbherr weiter.
Kennzahlen erstes Halbjahr 2026 auf einen Blick
- 2.588 genehmigte Finanzierungen (+10,3 %)
- 963,1 Mio. Euro Kredit- und Beteiligungsvolumen (+7,0 %)
- 662,6 Mio. Euro Bürgschafts- und Garantievolumen (+8,3 %)
- 1.685 Gründungen und Unternehmensnachfolgen (+15,7 %)
- 793 Neugründungen (+22,0 %)
- ERP-Förderkredite: +31,2 % bei der Zahl der Finanzierungen und +25,4 % beim Garantievolumen